Neunburg aus der Unternehmer-Perspektive

30Betriebsbesichtigung der Klasse 10 M bei Neuner Insektenschutz – Standort mit vielen Vorteilen

Im AWT-Unterricht beschäftigt sich die Klasse 10 M der Mittelschule Neunburg v.W. derzeit mit dem regionalen Wirtschaftsraum. Neben den Stärken und Schwächen unseres Landkreises spielt dabei auch eine wichtige Rolle, wie man neue Unternehmen in der Region ansiedeln kann. Einen Einblick in das Leben als Unternehmer gewährte den Schülern und Klassenleiterin Manuela Schmid Albert Neuner, Geschäftsführer der Firma Neuner Insekten- und Sonnenschutz. Seit Jahresbeginn hat das Unternehmen seinen Hauptsitz im neuen Industriegebiet bezogen. In der Zweigstelle in Großwallstadt sind es nochmal sechs.
Neuner Insekten- und Sonnenschutz ist ein Lizenzpartner des Marktführers Neher und produziert Fliegengitter in allen Formen. Vom Plissee-Rollo bis hin zum mehrere Quadratmeter großen Fenstereinsatz ist das Unternehmen der richtige Ansprechpartner für alle Sonderwünsche. Ein Verkaufsschlager sei auch das Pollenschutzgitter für Allergiker oder kratzfestes Katzenschutzgitter. Neuner Insektenschutzelemente sind Premiumprodukte und werden durch teilweise manuelle Handarbeit gefertigt. Wie schwierig es ist, ein großes Fliegengitter faltenfrei in den Alurahmen einzupassen, durften die Schüler auch selbst ausprobieren.
Für Standort Neunburg entschieden
Nach der Besichtigung des Betriebs erzählte Albert Neuner den Gästen bei einer Brotzeit, wie ein Unternehmer den Standort für seinen Betrieb findet. Die harten Standortfaktoren seien in Neunburg im Vergleich zu anderen Regionen sehr gut. Die Kosten für die Gewerbeflächen, die Fördersituation und das hier immer noch relativ gute Angebot an Arbeitskräfte hätten ihn begeistert. Richtig überzeugt haben ihn aber die weichen Standortfaktoren und hier im Speziellen die schnelle, unkomplizierte Beratung durch die Stadt Neunburg und Bürgermeister Birner. Dass seine Frau aus Neunburg kommt, spielte bei seinen Überlegungen auch eine große Rolle. Ein Nachteil des Standorts sei unter anderem das lückenhafte Mobilfunknetz. „Man kann hier als Unternehmer sehr gut agieren“, fasste Albert Neuner zusammen. Ein Beweis dafür ist, dass die Produktionsfläche aufgrund der guten Auftragslage schon an ihre Grenzen stößt und das rund 1.800 Quadratmeter große Firmengelände demnächst erweitert wird. Im ostbayerischen Raum seien einige Point-of-sales-Niederlassungen geplant.
Einblick in das Leben eines Unternehmers
„Mein längster Arbeitstag hatte 42 Stunden“, erzählte Albert Neuner aus seinem Leben als Unternehmer. Wenn man sich für die Selbstständigkeit entscheide, dürfe man nicht nur den höheren Verdienst sehen, sondern man müsse auch bereit sein, sehr viel zu arbeiten und dürfe sich gerade am Anfang für nichts zu schade sein. Gegen 5 Uhr beginnt sein Tag, gearbeitet wird bis 19 Uhr. Nach einer „Pause“ setzt sich der Geschäftsführer dann nochmal für zwei Stunden an den Schreibtisch. Als Chef müsse man multitasking-fähig und sehr belastbar sein, darüber hinaus auch bereit sein, persönliche Abstriche bei Freizeit und Familienzeit zu machen. „In guten Zeiten muss man an die schlechten denken. Man darf nicht stehen bleiben!“, so Neuner. Die Sorge um die Zukunft gilt auch den Fachkräften. Ab 2019 möchte Albert Neuner auch Auszubildende einstellen.
Die Schüler durften viele Fragen stellen und fanden es sehr spannend, Insider-Infos zu bekommen und sich mit einem echten Selfmade-Unternehmer zu unterhalten. Sie waren beeindruckt von der Arbeitsleistung des Gastgebers und bedankten sich bei Albert Neuner für den herzlichen Empfang und die persönlichen Einblicke.

Bildtexte:
Bild 1: Die Klasse 10 M und Klassenleiterin Manuela Schmid waren beeindruckt, was Albert Neuner innerhalb kurzer Zeit erreicht hat.
Bild 2: Die hochwertigen Fliegengitter werden manuell in die Fensterrahmen eingespannt. Gar nicht so leicht – wie die Schüler feststellten.

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